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Ausgabe Nr. 13/2019
14.11.2019

 

Sehr geehrter Herr Glauser,

heute möchten wir Sie auf zwei Projekte der Denkmalpflege aufmerksam machen, bei denen wir uns finanziell engagiert haben. Seit jeher verstehen wir es als unsere Aufgabe, nicht nur unsere eigenen Baumaßnahmen mit viel Herzblut und Geld – dem unserer Spenderinnen und Spender – voranzubringen, sondern auch privaten oder institutionellen Bauherren unter die Arme zu greifen. So beim Wöhrder Totengräberhaus, das mit seinem Erbauungsdatum 1529 zu den ältesten Gebäuden im Stadtgebiet außerhalb der Mauern zählt. Lange wurde um die Finanzierung der dringend notwendigen Sanierung des kleinen Häuschens auf dem Friedhof der St. Bartholomäuskirche gerungen. Nach über zehn Jahren der Planung und Renovierung ist es seit vier Wochen wieder ein Schmuckstück. Das haben wir mit einem Zuschuss von 20.000 Euro honoriert.

Ein noch viel ehrgeizigeres Projekt hat sich die Kirchengemeinde St. Sebald mit der Instandsetzung ihres historischen Pfarrhofs vorgenommen. Wie nicht anders zu erwarten, offenbarte das Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, das relativ glimpflich über den Krieg gekommen war, eine Reihe von Überraschungen, die zwar die Bauforscher begeistern, den Geldsäckel der Gemeinde aber über Gebühr belasten. Wir kennen das! Weniger überraschend war die Erkenntnis, dass beim Wiederaufbau des Gebäudekomplexes der Dachbereich stark vereinfacht wurde. Zum Sebalder Platz hin waren beispielsweise von acht Dachgauben nur noch drei übrig. Nun ist die Doppelreihe wieder vollständig und bietet vom Rathaus her einen phantastischen Anblick! Insgesamt wird das Dach des Pfarrhofs nun wieder durch 16 Gauben gekrönt, deren Wiederherstellung die Altstadtfreunde voll übernahmen und sich 25.000 Euro kosten ließen.
Diese Reparatur des Stadtbilds können Sie natürlich jeden Tag genießen, aber insbesondere morgen, am Samstag, 29. Juni bei unserem 250. Altstadtspaziergang. Bei „Augen auf: Original oder Kopie?“ geht es genau um dieses Thema. Für auswärtige Besucher hat der historische Kern, insbesondere das Burgviertel, immer noch ihren mittelalterlichen Charakter. Die Burg und die Kirchen, die Stadtmauer und das spitzgieblige Häusermeer lassen die Zerstörungen auf den ersten Blick nicht so gewaltig erscheinen, und mancher mag kaum glauben, dass wir heute nicht einmal 10 Prozent der historischen Substanz besitzen. Jedoch nicht nur der Krieg brachte Verluste. Ende des 19. Jahrhunderts waren viele Zeugnisse der Vergangenheit durch die Witterung und die verheerende Luftverschmutzung so beschädigt, dass man die Reste ins Germanische Nationalmuseum brachte und sie durch Repliken ersetzte.
*Nur wenigen ist bekannt, dass der Totalverlust Luginsland nur durch einen Stumpf ersetzt wurde, bis die Freunde der Altstadt (unser Vorgängerverein) die Vollrekonstruktion durch zwei Spendenaktionen ermöglichten, bei denen jeweils 50.000 DM gesammelt wurden.*

Es geht bei diesem Spaziergang also um die Frage, was sich an Kunst im öffentlichen Raum erhalten hat und was ersetzt werden musste. Unser 250. Spaziergang bietet auch Anlass zurückzuschauen: Was am 20. April 1974 mit einem Rundgang durch die historischen Hinterhöfe in der Sebalder Altstadt begann, trug erheblich zu unserer Erfolgsgeschichte bei. Seitdem gehören die monatlichen Altstadtspaziergänge im Sommer zu unserem festen Repertoire. Bieten sie doch die Gelegenheit, an einem Tag Hunderte für die Altstadt zu begeistern. Die Rundgänge starten im Viertelstundentakt von 10 bis 16 Uhr am Chor der Sebalduskirche gegenüber der Kugelapotheke, sind kostenlos und dauern ca. 1½ Stunden. Aus Anlass des Jubiläums werden diejenigen, die trotz der zu erwartenden Hitze durchhalten, am Schluss mit einer Erfrischung belohnt.
Ein Highlight im Konzert-Kalender wird mit Sicherheit unsere nächste Veranstaltung im Pellerhof. „Seine Musikalischen Talente waren sehr vorzüglich“ – so schreibt es das Nürnbergische Gelehrten-Lexicon im Jahre 1802 über den Stadtkapellmeister Johan Agrell, der zusammen mit seinem berühmten Zeitgenossen Johann Sebastian Bach die Musik zu einem hoffentlich lauen Sommerabend liefern wird. Repräsentative Orchestermusik aus der Barockzeit bringt die Neue Nürnberger Ratsmusik, ein auf historischen Instrumenten musizierendes Kammerorchester zu Gehör. Neben bekannten und beliebten Werken wie der h-Moll Suite und dem 5. Brandenburgischen Konzert von Johann Sebastian Bach wird auch die Musik des Schweden Johan Joachim Agrell erklingen, der von 1746 bis 1765 die historische Nürnberger Ratsmusik leitete. Dieser Tradition fühlt sich die Neue Nürnberger Ratsmusik verpflichtet. Agrell war einer der beliebtesten Komponisten seiner Zeit, dessen Werke in ganz Europa aufgeführt wurden. Wir dürfen gespannt sein! Samstag, 6. Juli 2019, 19.30 Uhr. Bei schönem Wetter Open Air-Konzert im Hof, Eintritt:  24 Euro, Schüler, Studenten und Nürnberg-Pass: 16 Euro.
Für Sonntag, 14. Juli wollen wir auch jetzt schon fleißig die Werbetrommel rühren. Denn da steigt unser zweites Museumsfest in der Kühnertsgasse mit einem vielfältigen Programm, diesmal rund ums Thema Waschen. Wir hoffen sehr, dass wie im letzten Jahr wieder viele heitere Menschen durch die Räume der kleinen Handwerkerhäuschen flanieren, in der engen Gasse sitzen, essen, trinken, der Musik lauschen und einfach ein schönes Fest genießen. Vorführungen, Spiele und Mitmachaktionen bieten wir unter dem Motto „Waschen wie anno dazumal“. Es werden unter anderem Badepralinen hergestellt, Waffeln gebacken, wer möchte, darf sich am Schiffebasteln versuchen, es können typische Waschtag-Speisen verköstigt werden und für die ganz Mutigen wird ein Waschzuber bereit stehen. Ab 11 Uhr geht es los, bis 17 Uhr dauert unsere Museums-Sause.

Wie bereits in einem der letzten Newsletter erwähnt, wurde vor einiger Zeit unser Pellerhaus Magazin versandt – nun sind leider einzelne leere Umschläge bei den Adressaten aufgetaucht. Dafür bitten wir vielmals um Entschuldigung. Wer also auch einen leeren Umschlag zugeschickt bekommen hat und deshalb sein Exemplar noch nicht in den Händen halten kann, der möge sich bitte telefonisch oder per Mail im Büro melden, wir schicken das Heft dann gerne zu.

Mit sonnigen Grüßen aus der Weißgerbergasse
Ihr Karl-Heinz Enderle

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